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Archiv für den Monat Juli 2011

Von Leidenschaft zu sprechen, war vielleicht nicht angemessen…

 

… aber auch nicht unangemessen.

 

Es IST pure Leidenschaft, das Papier zu befühlen, die Farben zu erblicken, mit den Augen zu liebkosen, die Pinsel zu befeuchten, sich an ihrer Form zu erfreuen, das Wasser bereitzustellen, ein Motiv vor sich zu sehen, ein Bild tage- wochen-lang in sich zu sehen, es zu malen.

 

Gedanken auf’s Papier gebracht.

 

Malerisch, dichterisch, auf welche Art auch immer.

 

Es ist ein Teil von einem Selbst. Ähnlich wie ein eigenes Kind.

 

Es IST pure Leidenschaft!

 

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Den ganzen Tag war er in Gedanken abwesend.

Er dachte mit Leidenschaft DARAN.

Daran zu fühlen, zu spüren, zu greifen, zu halten, mit dem Mund zu umfassen, mit der Zunge zu umkreisen, zu beißen, zu genießen, mit allen Sinnen zu genießen …

Immer wieder kehrten seine Gedanken daran zurück.

 

An sein geliebtes Eis, das er genießen würde, wenn er endlich daheim war.

 

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Diesmal ging die Reise über einige Tage.

2 Liebende und 2 Teenies, die ein Konzert besuchen wollten.

2 Zimmer – 2samkeit war angesagt.

Ursprünglich war die Reise zu dritt geplant, 3 Frauen, dann fuhr doch ein Mann mit, der gern chauffieren wollte.

Die Fahrt war ganz ok, schönes Wetter,  schöne Aussichten für schöne Tage.

Im kleinen Ort freundlich empfangen, unwahrscheinlich, ungewohnt freundlich, alle waren freundlich, eine Freude.

Einige Besorgungen gemacht, für die Teenies unverhofft ein Konzert-Plakat ergattert – große Freude!

Müde von des Tages Anforderungen, freute sich der weibliche Teil des Paares auf eine erfrischende Dusche, um sich dann ein wenig im frischen Bett auszuruhen.

Kaum war das Zimmer betreten, fiel dem Mann ein, daß er Hunger hätte …

Nicht, daß dies nicht schon vorher besprochen worden wäre

Also schnell in ein Lokal, das nicht gefiel, mit Speisen, die der Mehrheit nicht schmeckte.

 

Spaziergang im Ort – da gingen die Differenzen weiter.

 

Danach daheim alle 4 in einem der beiden Zimmer, es wurde viel geredet, alle – außer ihm – sprachen sich aus. Obwohl er sonst dauernd seine Lage beklagte, meinte er plötzlich, bei ihm sei alles ok. Na ja …

 

Am nächsten Tag frühmorgens die beiden Mädchen zum Anstellen für’s Konzert gebracht, leider bei Regen. Es war nichts zu machen, sie mußten hin. Noch einen Regenschirm für die beiden, dann hinein.

 

Der  Tag verplätscherte so …

 

Nachts die Mädchen vom Konzert abgeholt, noch gelabt, dann ins Bett. Alle waren fertig.

Am nächsten Tag ging’s heimwärts.

 

Schade, wieder eine Chance verpaßt.

Perfekt!

Alles lief wie am Schnürchen …

 

 

…Der lang ersehnte Kurz-Urlaub war in erreichbare Nähe gerückt.

 

 

Endlich war es beiden möglich, sich 2 kurze Tage frei zu nehmen.

Ganz frei waren sie nicht, einer der Beiden hatte einige geschäftliche Termine zu erledigen.

Aber danach würde endlich die ersehnte Zweisamkeit zu genießen sein.

Und da war auch schon die erste Störung, der erste Knoten im Schnürchen …

Ihm war es offensichtlich nicht möglich, die gemeinsamen Stunden zu genießen, bevor alles Geschäftliche unter Dach und Fach war.

Während der stundenlange Anreise,  in der intimen Atmosphäre im Auto, wären endlich lange, ungestörte Gespräche möglich gewesen.

Sie hatten sich immer so viel zu erzählen, sie kamen vom Hundersten ins Tausendste – doch normalerweise war es meist nur am Telefon möglich, länger zu reden. Und auch da meist nur mit lästigen Unterbrechungen.

Beide waren sehr belesen, hatten ein umfangreiches Allgemeinwissen und waren an vielem interessiert. Da gab es natürlich unendlich viel zu reden.

 

 

Jedoch – beim Fahren mußte er sich sehr konzentrieren, konnte nicht links und rechts schauen (für sie war es selbstverständlich, daß sie auch alles am Fahrbahnrand und darüber hinaus wahrnahm).

 

 

Er wollte zudem möglichst schnell von A nach B kommen …

 

 

Daß  das keine  entspannte Fahrt war, ist der geschätzten Leserin mittlerweile wohl  klar.

 

 

Unterwegs gab es eine wunderschöne Burg, die beide besichtigen wollten.

Beim Aufstieg – Burgen sind ja meist oben – ging ihr schon etwas die Luft aus, ob des Tempos, das er vorlegte. Als ob ihm jemand auf den Fersen wäre, so lief er dahin. Sie konnte kaum Schritt halten.

Und das sollte Nähe sein?

Nach dem eiligen Durchlauf durch die zu besichtigenden Räume der Burg ging es schnell bergab.

 

 

Ein Termin war noch zu absolvieren. Es war noch genug Zeit, aber Unruhe breitete sich aus.

Danach war ein entspannter, endlich gemeinsamer Abend zu erwarten.

Das reservierte Zimmer wurde bezogen, es war sehr schön und gemütlich.

Ach, es würde ein wunderschöner Abend werden. Von der gemeinsamen Nacht gar nicht zu sprechen.

Endlich Zeit füreinander, endlich die Nähe, für die sonst nur kurze Stunden reichen mußten.

Die gemeinsame Dusche war sehr erfrischend nach dem langen Tag.

Danach sanken sie müde in die weichen Kissen. Müde? Heute? Das war ja schade.

Dadurch fiel die folgende Aktion auch nur relativ unspektakulär und kurz aus.

Und dann schlief er auch schon.

Hallo – ist da wer im falschen Film gelandet??? Offensichtlich.

Na ja, nicht so schlimm, morgen ist ja auch noch ein Tag.

Mit diesem Gedanken, und der Vorfreude auf einen erotischen Morgen, auf ein prickelndes Erwachen schlief sie nach längerer Zeit ein.

Als sie erwachte, war er schon fertig angezogen. Und in Abfahrbereitschaft.

Kuscheln? Erotik? Doch nicht jetzt, das ermüdet doch, das macht fertig, danach kann er doch die lange Fahrt nicht schaffen.

Kurz frühstücken, dann wieder ins Auto. Der nächste – und letzte – Geschäftstermin stand an.

Da war wieder die – der Leserin schon bekannte – Unruhe.

Na ja, kann man nichts machen. Aber danach – danach würde es endlich entspannt und fröhlich und schön sein!

 

 

Was denkt die geneigte Leserin?

Ja, richtig gedacht, jetzt war ja die lange Fahrt, der die Konzentration galt.

 

 

Wehmütige Gedanken, wie schön es hätte sein können, das imaginäre Schnürchen mit den vielen Knoten…

 

 

Um mit Wilhelm Busch zu sprechen: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.

 

Perfekt!

Alles lief wie am Schnürchen …

… Schnürchen, Schnur, Perlenschnur …

Ja, das Leben war wie eine Perlenschnur, jede Perle perfekt für sich.

Die Rundung, der Glanz, die Farbe …

HALT!

Beim genaueren Hinschauen erschließt sich dem Betrachter so einiges:

Nicht ganz rund, matte Stellen, ver-färbt …

OJE – also alles Andre als perfekt!

Aber – perfekt ist doch eh fad!

Die Ungleichmäßigkeit ist doch das Schöne!

Erfreut das Auge und die Sinne!

VORSICHT – lesen auf Eigene Gefahr

 

Kein angenehmes Thema

 

Viel Zeit blieb nicht mehr. Schon in wenigen Stunden…

 

 

… würde er geholt werden, würde die hinrichtung vollstreckt werden,

 

die strafe für eine tat, die er nicht begangen hatte, was er aber nicht beweisen konnte

 

es gab keine beweise, aber indizien und die sprachen gegen ihn, da halfen keine unschuldsbeteuerungen

 

auch die ergebnisse des lügendetektors halfen nicht

 

er hatte sich in sein schicksal ergeben, hatte resigniert

 

sein name würde sich in die lange liste derer einreihen, die justizirrtümern erlegen waren

 

er war nicht der erste, und er würde nicht der letzte sein,

 

dem dies passierte

 

lange hatte er damit gehadert, aber nun hatte er eingesehen, daß es sinnlos war

 

er grübelte nicht mehr  und dachte nicht mehr nach, er ließ die zeit einfach dahinfließen,

 

die kurze zeit, bis er geholt wurde

 

und dann war es so weit, die tür öffnete sich, und er wurde angehalten, mitzukommen

 

dann mußte er sich auf die liege legen, wurde festgeschnallt, ein zugang wurde gelegt,

 

und er wußte, gleich würde er nichts mehr fühlen, nichts mehr empfinden, nichts mehr wahrnehmen,

 

gleich würde er wissen, wie es „drüben“ war …

 

doch plötzlich unruhe im raum, jemand näherte sich und  befreite seinen festgeschnallten körper.

 

er wußte nicht, ob er noch hier oder schon drüben war.

 

später kam die erklärung.

 

im allerletzten moment war durch „zufall“ der wahre täter entdeckt und gefaßt worden.

 

durch eine verstrickung von vielen kleinigkeiten  hatte es sich so ergeben.

 

aufgrund der erdrückenden beweislast legte dieser sofort ein geständnis ab.

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justizirrtum, festgehalten, der freiheit beraubt, in todesangst versetzt,

 

würde er je gerechtigkeit erfahren, je wirklich rehabilitiert werden?

 

trotz überstandener todesangst, würde er je wieder angstfrei sein können?

Sie wußte nicht

wie sie in dieses Zimmer gekommen war…

…vor allem, weil sie es nie wieder betreten wollte.

Auch nicht nach dieser langen Zeit, die den schmerzhaften Ereignissen damals folgte.

 

Es mußte die Erinnerung gewesen sein, die sie hierher gebracht hatte.

Diese unauslöschliche Erinnerung, die sie ihr ganzes weiteres Leben lang nicht loslassen, ja, sie verfolgen würde.

 

Dieses Zimmer, einfach, aber sehr geschmackvoll eingerichtet, hatte sich überhaupt nicht verändert. Das war ziemlich ungewöhnlich, ja, direkt unglaublich, es war nichts renoviert worden, nichts ausgetauscht worden.

Alles war wie damals.

Das wunderschöne Holzparkett schien kaum gealtert, es verlieh dem Raum eine warme Ausstrahlung.

Die Decke mit den kunstvollen Stuckarbeiten war schön wie ehedem.

Das Fenster,mit den blütenweißen, duftigen Vorhängen davor, das direkt in den verwilderten, verwunschenen Garten blicken ließ. Die dicken Seitenteile, die nie zugezogen wurden, um immer zu wissen, welche Tageszeit gerade war.

Davor der Tisch – sogar die mit einem zarten Blumenmuster bestickte Tischdecke war noch da – und die bequemen Sessel.

Der Spiegel, dieses schöne Stück, das sicher sehr, sehr alt und wertvoll war, ein wahres Kunstwerk. Daneben an der Wand die  zeitlosen Aquarelle, so transparent und doch farbkräftig, wunderschön anzusehen.

Den Großteil des Raumes nahm das Bett ein. Ein Himmelbett wie aus einem Film. Verführerisch, sofort in die weichen Kissen zu versinken.

Das ließ sie sich nicht nehmen, diesen Genuß.

Und da überfiel sie die Erinnerung mit voller Wucht.

Die Erinnerung an diese wunderbaren Stunden zwischen der Zeit.

Erinnerung an  unglaubliche Leidenschaft, Wolllust, aber auch Zärtlichkeit und Zartheit, Zuhausesein.

Die Gefühle überrollten sie .

Sie konnte kaum atmen. Kaum die Augen offen halten.

Sie überließ sich ihren Gedanken an längst vergangene, glückliche Zeiten.

Die Gedanken und die Erinnerung trugen sie weit weg, ins Traumland ….

Ein richtiges Januargefühl wollte sich nicht einstellen …

Januargefühl, mit diesem Begriff konnte sie nicht viel anfangen, es sagte ihr nichts, Januar war ihr viel zu fremd. Sie wußte zwar, daß „Januar“weitverbreitet ist.
Jännergefühl – ja, das klang für ihre Ohren vertraut, da kamen die Worte von selbst.
Jännergefühl – Kälte, Schnee, Eis, wunderbare Aussichten,sowohl landschaftlich als auch gefühlsmäßig, wenn sie daran dachte, was sie in der Zeit bis zum nächsten Jänner erleben würde, erfahren dürfte.
Jännergefühl – Jänner, Beginn eines Neuen Jahres, alles ist möglich.
Das Leben ist interessant und immer wieder spannend, dachte sie.
Alles begann damit, daß sie, die eigentlich Leserin und nicht Schreiberin war, einem Aufruf folgte. Einem Aufruf, den sie schon oft vernommen hatte, von verschiedensten Stellen und Personen, in vielen Formen.
Sie folgte dem Impuls, der sie erfüllte, und begann nachzudenken.
Nach einigen Versuchen war eine Kurzgeschichte aus ihren Fingern geflossen, die sie zufriedenstellte.
Wie vereinbart veröffentlichte sie ihre Zeilen , las mit großer Freude und Spannung die Geschichten der Anderen. Besonders sprachen sie die Worte von „Spirit“ an. Diese Zeilen gingen direkt in ihr Herz, sie berührten sie sehr. Die Herzenswärme, die beim Lesen spürbar war, war einfach wohltuend. Immer wieder kehrten ihre Gedanken zu diesen Worten zurück.
Sie freute sich, so fühlen zu dürfen und lebte weiter wie gewohnt ihr Leben.
Nach einiger Zeit sprach sie ein Bekannter, den sie zwar am Rande wahrgenommen hatte, aber nie näher kennengelernt hatte, auf ihre Geschichte an.
Sie war sehr überrascht, wie er sie erkennen konnte, dann fiel ihr aber sofort ein, daß sie ja ein Foto eingestellt hatte. Sie wollte nicht anonym sein, sie wollte zu ihren Worten stehen.
Sehr erfreut war sie darüber, was er aus ihren Worten herauslas, was bei ihm angekommen war.
Wie sehr er ihre Zeilen genossen hatte.
Ihre Gespräche über ihre Geschichten vertieften sich immer mehr.
Sie kamen auf immer andre Themen, über die sie beide gerne sprachen. Große Übereinstimmung stellten sie fest, sie lernten sich immer besser kennen.
Irgendwann merkte sie, daß sie sich sehr auf ihre Gespräche freute.
Daß sie immer wieder über Punkte nachsann, die sie besprochen hatten.
Eines Tages – sie saßen wieder bei ihrem Lieblingstee – und überboten sich an Schilderungen von Eindrücken, die sie machten. Und ihre Blicke fanden sich – und ließen sich nicht mehr los.
Ihre Augen versanken ineinander, ihre Gesichter näherten sich, ihre Lippen fanden sich.
Ein nie geahntes Glücksgefühl durchfloß sie, sie wußte, sie war endlich angekommen.
Wohlig seufzend rückte sie noch näher an ihn, noch mehr in seine Arme, um ihn noch mehr zu spüren.
Sie fühlte genau, wie sehr auch er ihre Nähe genoß, wie wohl es ihm tat.
Sie schloß die Augen und überließ sich ganz den Gefühlen, die sie überfluteten.
Eine Wonne, ein Wohlgenuß …

… da klingelte der Wecker, und riß sie sehr unsanft aus ihrem wunderbaren Traum.
Mit einer leichten Traurigkeit verließ sie endgültig ihren Traum und wandte sich dem Tag zu.
Da schoß es ihr siedendheiß ein, daß sie völlig vergessen hatte, daß heute der Abgabetermin für die Geschichte war. Glücklicherweise hatte sie noch Zeit genug, und auch die Muse küßte sie, so war die Geschichte im Nu zu Papier gebracht.

Ein Lächeln, zart wie die ersten Sonnenstrahlen des herannahenden Frühjahres…

… umspielte ihre Lippen …
Sie hielt ihr Gesicht in die Wärme der Sonnenstrahlen, die wie eine Liebkosung wirkte.
Mit ihrem ganzen Sein, mit allem, was sie war nahm sie die wohltuende Wirkung in sich auf.
Die Augen hatte sie geschlossen, um die Stimmung noch besser wahrnehmen zu können.
Die vorbeiziehenden Wolken konnte sie durch den Hell/Dunkel-Wechsel erahnen.
Der Duft des schon spürbaren Frühlings erfüllte ihr Inneres und … füllte sie ganz aus. Sie bestand sozusagen aus Frühlingsduft.
Hinter ihren geschlossenen Lidern sah sie förmlich das poetische blaue Band flattern …
Sie sah, wie alles grünte und blühte.
Abertausende Blütenköpfchen und Blattknospen öffneten sich und brachten sich der immer stärker werdenden Sonne dar
Wie im Zeitraffer sah sie das alles, es war ein Wachsen und Werden rund um sie, sagenhaft und  bezaubernd.
Wie eine sanfte Frühlingsbrise erhoben sich ihre Gedanken in die Lüfte und schwebten zart und leicht dahin.
Höher und immer höher flogen sie aufwärts. Schon konnte sie die Erde als blaue Kugel wahrnehmen, die kleiner und kleiner wurde.
Der unendliche Weltraum nahm sie auf, ihre Gedanken und sie waren geborgen, endlich daheim. Sie war ein Kind der Lüfte, für sie gab es keine Grenzen, keine Einengung.
Schon kam sie an der Milchstraße vorbei, hier hatte sie schon schöne Zeiten verbracht.
Doch es ging weiter und weiter.
So viele Eindrücke stürmten auf sie ein – und waren auch schon wieder vorbei.
Wohin mochte ihre Reise wohl gehen?
Was war das Ziel dieses Gedanken-Fluges?
Da spürte sie ein Kitzeln auf ihrer Nasenspitze, flugs war sie wieder auf der Erde.
Schnell  öffnete sie die Augen, sie konnte aber nicht mehr sehen, was das Kitzeln ausgelöst hatte, das geflügelte Wesen war schon weitergeflogen.
Sie ließ den Blick über die traumhafte Natur schweifen, genoß den Anblick, der sich ihr bot.
Ein Sehnen erwachte in ihr, ein Sehnen so zart und wehmütig und doch hoffnungsvoll, das sie nicht benennen konnte.
Sehnsucht endlich wieder zu leben, aus der Fülle zu leben, sich endlich zu zeigen, zeigen zu dürfen, wie sie wirklich war. Sich nicht immer hinter Konventionen und Ge- und Verboten verstecken zu müssen. In Kauf nehmen, nicht von allen sympathisch gefunden zu werden, gemocht zu werden.
Einfach sie selbst zu sein. Ehrlich, offen, stark. Ihre Meinung zu sagen, ohne Angst vor Konsequenzen. Dazu zu stehen.

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